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An der Wut wachsen

7. April 2022

Konflikte gehören immer wieder zum Alltag in der Kita dazu. Aber was geschieht, wenn sich die Kinder dabei aggressiv verhalten? So kann gehandelt werden:

Das Thema Aggressionen und Konflikte sind immer wieder Themen in den Kindertagesstätten. Um mit dem aggressiven Verhalten von Kindern umzugehen, ist es wichtig, den Umgang und die Regulation von Wut und Frustration zu erlernen, um aus Streit und Konflikten mit dem Gefühl gesteigerter Konfliktlösekompetenz hervorzugehen. Hierfür benötigen die Kinder, insbesondere die unter 3-Jährigen, professionelle Konfliktbegleiter*innen, die sich nicht vor Konflikten scheuen, sondern diese als wertvolle Lernchance begreifen.

Wut und Aggression konstruktiv begleiten

Konflikte und Streitigkeiten im Gruppengeschehen zu ertragen, stellen die Fachkräfte vor große Herausforderungen und sind für das Zusammenleben mit den anderen wichtig, diese von Anfang an professionell zu begleiten:

  • entsprechend dem Alter und des individuellen Entwicklungsstandes der Kinder
  • durch die Familienmitglieder und den pädagogischen Fachkräften in der Betreuung
  • und im Hinblick auf viele alltägliche Erfahrungen.


Denn kein Kind wird grundlos aggressiv!

Um eine Situation zu klären, zwischen zwei Kindern mit unterschiedlichen, die sih widersprechende Vorstellungen haben, müssen die Fachkräfte differenziert benennen können, was jedes Kind an Ideen und Vorinformationen hatte, um einen Konflikt gut begleiten zu können. Auch die Kinder haben an den jeweils anderen unterschiedlichen Erwartungen, die in das Gespräch mit eingebunden werden müssen.

Somit müssen die Erwachsenen Übersetzungshilfe anbieten, durch Fragen wie zum Beispiel:

  • Wie fühlt sich das andere Kind gerade?
  • Was geht in ihm vor?
  • Was versteht es nicht?
  • Was glaubt ist, was passiert ist?
  • Was möchte oder erwartet er?
  • Was ist sein Ziel?
  • Was befürchtet es?
  • Was denkt es im Moment?

Einfühlsam Emotionen spiegeln

In der Konfliktlösung geht es nicht nur um die Übersetzungshilfe, sondern auch um die Emotionsspiegelung, die zum Beispiel mit den Fragen „Was fühlt das andere Kind gerade?“ oder „Auf was hofft es?“ benannt werden kann. Von einer echten Emotionsspiegelung kann gesprochen werden, wenn die Gefühle und Wahrnehmungen der Kinder einfühlsam erfasst und sprachlich passend wiedergegeben werden. Dabei wird das gesamte eigene Repertoire an Erfahrungen und Emotionen ins zwischenmenschliche Erleben eingeschlossen, alles angesprochen und nichts ausgeklammert.

Konflikte nicht vermeiden, sondern begleiten

Das pädagogische Ziel ist es nicht, jeden Konflikt zu vermeiden, sondern diese möglichst professionell zu begleiten, in Ruhe und lösungsorientiert. Was bedeutet aber eine Begleitung durch die Fachkraft? Pädagogen und Pädagoginnen zeigen Verständnis für eine sozial anspruchsvolle Situation, in der es um einen spontanen Spielabbruch in einer meist höchst motivierten Aktivitätsphase geht, sodass Wut und Verzweiflung eine große Rolle spielen können.

Emotionen regulieren lernen

Weiterhin müssen Sie sich bewusst sein, dass alle Gefühle, wie Wut, Trauer, Angst gesehen, benannt und akzeptiert werden müssen: „Ich verstehe, dass du gerade wütend bist.“ Außerdem ist es wichtig, zu vermitteln, dass nicht alle aus Wut und emotionaler Sprachlosigkeit entstehenden Handlungen gerechtfertigt und akzeptiert werden können, wie zum Beispiel schlagen, treten, beißen und hauen. Wenn Konflikte gut begleitet werden, lernen Kinder einen sehr wichtigen Meilenstein in ihrer Entwicklung: die Emotionsregulierung.

Buchempfehlungen – Bilderbücher zum Thema aggressiven Verhalten

Um Gefühle von Kindern zu thematisieren, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung zwei Bücher ans Herz legen.

  • Paul Wüterich (Altersempfehlung: ab 4 Jahren)
  • Der Löwe in Dir (Altersempfehlung: ab 3 Jahren)

Wichtig, um aggressives Verhalten zu reflektieren und zu verhindern bzw. gut zu begleiten ist der Austausch mit den Fachkräften und die gemeinsame Zusammenarbeit von Eltern und Pädagog*innen.

Text: Sina Stupka (Kitaleitung)

 

Bildquelle Beitragsbild: © SpicyTruffel/shutterstock.com

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.
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