Berliner Bildungsprogramm

Die Grundlage der pädagogischen Arbeit in der KITA Waldräuber ist das Berliner Bildungsprogramm, welches sich in diese sechs Bildungsbereiche aufgliedert:

  • Gesundheit
  • Soziales und kulturelles Leben
  • Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
  • Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel
  • Mathematik
  • Natur-Umwelt-Technik

Die Entwicklung der Kinder verläuft ganzheitlich. Mit diesem Wissen gehen die pädagogischen Fachkräfte in ihrer Bildungsarbeit vor. Bildungsbereiche gehen ineinander über und überschneiden sich. Im pädagogischen Alltag erfolgt die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms mit individuellen Beschäftigungsangeboten und die Durchführung von Projekten in Gruppen und Kleingruppenprogrammen.

Unser konzeptioneller Schwerpunkt ist der Bildungsbereich Natur. Anstatt Kindern fertiges Wissen zu vermitteln, bieten ihnen besonders der Wald und die Natur vielfältige Möglichkeiten für eigene Erfahrungen. In der Natur finden Kinder eine natürlich „vorbereitete“ Umgebung vor, in der sie sich entfalten und eigene Lernwege finden können.

Fantasie entfalten

Freispiel

Erlebtes spielerisch verarbeiten

Kinder benötigen genügend Raum für das Freispiel, in welchem sie sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und spielerisch Erlebtes verarbeiten können. Das Freispiel wird von Kindern selbst und eigenaktiv gestaltet, fördert den Austausch und lädt zum Erforschen und Experimentieren ein.

Wir sehen das Freispiel als Selbstbildungsprozess des Kindes und geben den uns anvertrauten Kindern täglich die Möglichkeit ins Freispiel überzugehen.

Vorschulerziehung

Die Vorbereitung der Kinder auf die Grundschule erfolgt bereits mit Eintritt in die Kindertagesstätte. Alltagsintegrierend finden die Kinder eine Umgebung vor, welche sie zum Handeln motiviert und ihre Kompetenzen stärken soll.

Im letzten Kindergartenjahr vor dem Eintritt in die Grundschule werden die Kinder in Zusammenarbeit mit unserer Kooperationsschule Alfred-Brehm gezielt auf ihre bevorstehende Schulzeit vorbereitet.

Der Übergang von der Kita in die Grundschule wird begleitet von Besuchen in der Grundschule, dem Kennenlernen der Lehrer*innen und der neuen Umgebung.

Freundschaften schließen

In teiloffenen Kita-Gruppen

Gruppenstruktur

Unsere Kindertagesstätte ist in drei Bereiche aufgeteilt:

Die Krippe für Kinder im Alter von null bis drei Jahren, den Elementarbereich für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren und die Vorschule für Kinder von fünf Jahren bis Schuleintritt. Die Krippe liegt im unteren, der Elementarbereich und die Vorschule in der oberen Etage.

Die jeweilige Gruppenbelegung richtet sich nach gesetzlichen Vorgaben, dem Alter der Kinder, der Raumgröße und den Stellenanteilen der Erzieher*innen. In unseren Gruppen werden Kinder mit und ohne (wesentlich) erhöhtem Förderbedarf gemeinsam betreut.

Im Krippenbereich arbeiten wir in festen Gruppen. Im Elementarbereich und im Vorschulbereich wird die pädagogische Arbeit teiloffen umgesetzt.

Natur, Umwelt, Technik

Kinder eignen sich die Welt an, indem sie sich aktiv mit ihrer sozialen und räumlichen Umwelt auseinandersetzen. Sie erfahren und entdecken ihre Umwelt mit allen Sinnen, wie dem Sehen, Riechen, Spüren, Tasten, Schmecken und Hören. Die Verknüpfung dieser Reize ist ein wichtiger Schritt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Unser Anliegen ist es, die Kinder auf diesem Weg der Entwicklung zu begleiten und ihnen einen Zugang zur Natur zu ermöglichen.

Um den Bildungsraum Wald für unsere Kinder nutzbar zu machen, finden wöchentliche Ausflüge in den Jungfernheide Forst statt. Durch das natürliche Explorationsverhalten der Kinder setzen sich diese aktiv mit der Natur auseinander. Fragestellungen und Sinnzusammenhänge entstehen und werden von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen und gemeinsam mit den Kindern bearbeitet. Dies geschieht unter anderem innerhalb der Projektarbeiten zu spezifischen naturwissenschaftlichen Themen, der Auseinandersetzung mit kindgerechter Fachliteratur, in Gesprächskreisen und Experimenten. 

Die Umwelt entdecken

Im Bildungsraum Wald

Die Natur als Bildungsraum

Ein übergeordnetes pädagogisches Ziel innerhalb unserer Arbeit ist die Gestaltung und Nutzbarmachung der Natur für unsere Kinder. Gerade in Großstädten mangelt es Kindern häufig an Erfahrungs- und Bewegungsmöglichkeiten in der Natur. Der Aufenthalt in der Natur stärkt und stabilisiert in besonderer Weise die kindliche Entwicklung. Die Kinder erleben die Natur und deren Bedeutung, sie erfahren sich als Teil des Ganzen.

Die Natur ist der ideale Bewegungs- und Bildungsraum für die Kinder und entspricht in besonderer Weise dem ganzheitlichen Ansatz. Hier werden in selbstverständlicher Weise nicht nur Bewegung und körperliche Aktivitäten der Kinder gefördert – ohne Reizüberflutung, überheizte Räume und Lärmbelästigung, wie sie oft in geschlossenen Räumen entsteht – sondern ebenso Fantasie, soziales Verhalten, Kreativität und Wahrnehmung geschult.

Der pädagogische Schwerpunkt der Naturorientierung entwickelte sich in der Erarbeitungsphase unserer Konzeption. Naturorientierung bedeutet für uns das direkte Erleben, Experimentieren und Beobachten in der freien Natur. Als pädagogische Fachkräfte begleiten und unterstützen wir die Kinder dabei, sich spielerisch und mit allen Sinnen ein Bild von ihrer eigenen Lebenswelt zu machen, den Dingen auf den Grund zu gehen und eigene Bedürfnisse zu erkennen und auch zu hinterfragen.

In unserer praktischen Arbeit beschäftigen sich die Kinder mit Themen wie Mülltrennung, Sparsamkeit im Verbrauch von materialen Ressourcen, Sonnenenergie, dem Gedeihen und Nutzen von Pflanzen und der Pflege und den Lebensbedingungen von Tieren. Indem wir Natur und Alltagsmaterialien zur Verfügung stellen, regen wir die Kinder in ihrer kreativ-schöpferischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien an und gehen dabei auf Fragen zur Nachhaltigkeit ein. 

Autonomie stärken

Denn jedes Kind ist einzigartig

Situationsansatz: Autonomie, Solidarität und Kompetenz

In den ersten Jahren der Entwicklung eines Kindes werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, um das eigene Leben in einer globalen Gesellschaft verantwortungsbewusst und erfolgreich zu gestalten. Wir bei der KITA Waldräuber möchten, dass sich unsere Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen und vor allem glücklichen Persönlichkeiten entwickeln. Deshalb orientieren wir unser Bildungskonzept am Situationsansatz. 

Der Situationsansatz ist ein sozialpädagogisches Konzept, das sich an der Lebenssituation, den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Kinder in Kindertageseinrichtungen orientiert. Die Ziele sind als Kompetenzbeschreibungen im Berliner Bildungsprogramm konkretisiert und bieten unseren pädagogischen Fachkräften Orientierungen und Anregungen in den Situationsanalysen und pädagogischen Aktivitäten. Diese übergeordneten Ziele des Situationsansatzes sind:

  • Autonomie: Ziel pädagogischen Handelns nach dem Situationsansatz ist es, dass Kinder in ihrer Selbstständigkeit und Selbstbestimmung gefördert werden. Kinder partizipieren im Alltag der Kindertagesstätte und lernen, ihre Stärken und Fähigkeiten kennen und einzuschätzen.
  • Solidarität: Der Austausch der Kinder untereinander sowie zwischen Kindern und Erwachsenen wird sowohl innerhalb der Kindertagesstätte durch kleinere und größere Projektarbeiten und in altersgemischten Stammgruppen unterstützt, als auch durch den Bezug zum Sozialraum rund um die Kita auf den Weg gebracht. Durch den starken sozialen Bezug des Situationsansatzes werden Kinder im Aufbau ihrer sozialen Kompetenzen, insbesondere der Teamfähigkeit, gefördert.
  • Kompetenz: Die Fähigkeit, sich eigenständig Sachverhalte aneignen zu können. Das bedeutet, dass die Kinder sich unter realen sozialen Zusammenhängen und aus der konkreten Lebenssituation heraus mit ihren Zweifeln, ihrer Neugier und mit ihren offenen Fragen beschäftigen können. Dies wird ihnen durch eine offene und partizipative Planung der pädagogischen Arbeit sowie eine Öffnung nach innen und außen ermöglicht.